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Zeitungsmeldungen aus dem August 1912

 

1. August

Prämie für Feuerwehrmann

Dem städtischen Feuerwehrmann Freitag ist für eine erfolgte Lebensrettung eine Prämie von 30 Mark gewährt worden.

 

3. August

Zeppelin über Bielefeld

Erstmalig lenkbares Luftschiff über Bielefeld. Heute um 10.20 Uhr wurde der Zeppelin "Hansa" über unserer Stadt gesichtet, er zog mehrere Schleifen über der Stadt und verschwand dann in Richtung Norden. Unsere Schulkinder hatten ab 9 Uhr schulfrei.

Ferienspiele für Mädchen und Jungen

Die Bielefelder Ferienspiele, seit 1903 durchgeführt, werden auch in diesem Jahre wieder auf dem Spielplatz des Meierhofes Olderdissen veranstaltet. Sie beginnen am 12. August. Montags, mittwochs und freitags für Mädchen; dienstags, donnerstags und sonnabends für Jungen. Kinder hilfebedürftiger Eltern erhalten die Milch zum Frühstück, wie in den Vorjahren, kostenlos.

 

9. August

Straßenarbeiten behindern Kutschen

Eine für Fuhrwerke schwierige Straße, besonders jetzt bei Straßenarbeiten, ist die Waldstraße. Gestern verunglückte hier ein Fahrzeug schwer. Ein Pferd mußte an Ort und Stelle notgeschlachtet werden.

 

11. August

Mehr Ehescheidungen im Reich

Die Ehescheidungen im Deutschen reich, besonders auch in den Provinzen Rheinland und Westfalen, sind eins der traurigsten Kapitel der Neuzeit. In Preußen gab es im Jahre 1906 bereits 7539, aber 1910 schon 9277 Ehescheidungen.

 

15. August

Friedhofs-Eröffnung

Heute feierliche Eröffnung des neuen Bielefelder Zentralfriedhofs, er wird den Namen Sennefriedhof tragen. Eine 81 Jahre alte evangelische Dame wird als erste beigesetzt.

 

20. August

Brand durch Petroleum-Lampe

Die städtische Feuerwache wurde gestern abend 8 ½ Uhr zu einem Stubenbrand im Hause Burgstraße 11 gerufen, wo durch Umfallen einer Petroleum-Lampe Gardinen, Fensterbekleidung und Möbel in Brand geraten waren.

 

26. August

Rathaus-Denkmal löst sich auf

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am neuen Rathaus, aus weißem Marmor, ist schon seit längerem in einem Zustand, der eine Abbröckelung einzelner Steinblöcke befürchten läßt. Das Denkmal wurde erst am 20. August 1907, also vor fünf Jahren, enthüllt. Die Stadt hat jetzt eine Schadensersatzklage über 30 000 Mark gegen Architekten und Bildhauer angestrengt.